Wichtiger Hinweis: Wir raten aktuell dringend davon ab, klassische Walhai-Touren im Süd Ari Atoll als Hauptgrund für eine Malediven-Reise zu buchen. Nicht, weil Walhaie ihre Faszination verloren haben. Sondern weil sich der Tourismus an einigen bekannten Spots in eine Richtung entwickelt hat, die wir nicht mehr verantwortungsvoll empfehlen können.
Walhaie auf den Malediven. Allein diese Worte reichen aus, damit viele Menschen sofort Bilder im Kopf haben.
Türkisblaues Wasser. Ein riesiger Schatten unter der Oberfläche. Ein friedlicher Riese, der langsam am Riff entlangzieht. Und dann dieser eine Moment, in dem man begreift, dass man gerade neben dem größten Fisch der Welt schwimmt.
Ja, Walhaie sind faszinierend.
Und ja, auf den Malediven kann man ihnen begegnen.
Aber genau deshalb braucht dieses Thema heute mehr Ehrlichkeit als früher. Denn die Frage ist nicht mehr nur: Wo kann ich auf den Malediven Walhaie sehen?
Die wichtigere Frage lautet heute:
Wie kann ich Walhaie sehen, ohne Teil eines Problems zu werden?
Unsere kurze Antwort
Walhaie kann man auf den Malediven vor allem an zwei bekannten Regionen antreffen.
Im Süd Ari Atoll, besonders rund um Maamigili, Dhigurah und die South Ari Marine Protected Area, gibt es ganzjährig gute Chancen auf Sichtungen. Genau dort ist aber auch der Druck durch Boote, Touristen und Social Media besonders groß geworden.
In der Hanifaru Bay im Baa Atoll tauchen Walhaie gelegentlich zusammen mit Mantas auf. Dort ist die Situation anders, weil die Bucht strenger reguliert ist und vor allem für Manta-Begegnungen bekannt wurde.
Unsere Haltung ist klar:
Wir empfehlen keine klassischen Walhai-Jagd-Touren im Süd Ari Atoll.
Wir empfehlen auch keine Reiseplanung, bei der eine bestimmte Insel nur deshalb gebucht wird, weil dort möglichst viele Boote jeden Tag auf Walhai-Suche gehen.
Warum wir trotzdem über Walhaie schreiben
Weil wir sie lieben.
Und weil wir dieses Thema nicht denen überlassen möchten, die nur schreiben: „Hier siehst Du garantiert Walhaie.“
Eine Garantie gibt es bei Wildtieren nicht. Sollte es auch nicht geben.
Ich habe vor fast 30 Jahren direkt an einem der bekanntesten Walhai-Spots der Malediven gearbeitet, nahe Maamigili im südlichen Ari Atoll. Damals war ich Tauchlehrer. Ich war jeden Tag draußen, kannte die flachen Lagunen, die Riffe, die Tauchplätze und die Boote.
Und trotzdem musste ich vier Monate warten, bis ich meinen ersten Walhai gesehen habe.
Vier Monate.
Die anderen kamen immer wieder vom Tauchen zurück und riefen stolz: „Walhai!“ Ich stand dann daneben, hatte wieder einmal Tauchkurse in der Lagune gegeben und war ehrlich gesagt einfach nur neidisch.
Irgendwann kam er dann doch.
Dieser erste Walhai bleibt.
Nicht als Checkliste. Nicht als Foto. Sondern als Gefühl.
Yami war da deutlich schneller. Sie sah ihren ersten Walhai schon bei ihrem vierten Tauchgang. Ich war natürlich an ihrer Seite. Manche Menschen haben eben Glück. Andere werden Tauchlehrer und warten vier Monate.
Was macht Walhaie so besonders?
Walhaie sind keine Wale, sondern Haie. Genauer gesagt sind sie die größten Fische der Welt.
Trotz ihrer Größe sind sie für Menschen nicht gefährlich. Sie ernähren sich von Plankton, Krill und kleinen Organismen, die sie mit ihrem riesigen Maul aus dem Wasser filtern.
Auf den Malediven heißen Walhaie auf Dhivehi Fehurihi.
Wir hatten früher einen guten Freund, einen alten Dhoni-Kapitän namens Nasheedo. Er erzählte uns, dass es früher in manchen Nächten so viele Walhaie gegeben haben soll, dass man bei Vollmond fast über sie zur Nachbarinsel hätte laufen können.
Ob das wörtlich stimmt, sei dahingestellt.
Aber es zeigt, welchen Platz diese Tiere in der Wahrnehmung vieler Malediver hatten. Walhaie waren kein Instagram-Motiv. Sie waren Teil des Meeres. Teil der Geschichten. Teil des Lebensraums.
Wo kann man auf den Malediven Walhaie sehen?
Süd Ari Atoll
Das Süd Ari Atoll ist der bekannteste Walhai-Hotspot der Malediven. Besonders der Bereich rund um Maamigili, Dhigurah und die South Ari Marine Protected Area wird seit vielen Jahren mit Walhai-Sichtungen verbunden.
Der Grund ist einfach: Dort halten sich viele juvenile Walhaie über lange Zeiträume auf. Die Tiere nutzen dieses Gebiet offenbar als wichtigen Entwicklungsraum.
Genau das macht die Region ökologisch so wertvoll.
Und genau das macht den heutigen Tourismus dort so problematisch.
Denn wo Sichtungen planbar erscheinen, entstehen Angebote. Wo Angebote entstehen, entsteht Wettbewerb. Und wo Wettbewerb mit Wildtieren entsteht, kippt ein Naturerlebnis schnell in eine Jagd.
Hanifaru Bay im Baa Atoll
Die Hanifaru Bay ist ein anderer Fall.
Sie liegt im Baa Atoll, einem UNESCO-Biosphärenreservat. Bekannt ist Hanifaru vor allem für große Manta-Ansammlungen während des Südwest-Monsuns, etwa von Juni bis Oktober.
Wenn Plankton in die Bucht gespült wird, entsteht dort manchmal eine unglaubliche Futterkonzentration. Mantas kommen dann in großer Zahl. Gelegentlich werden auch Walhaie gesichtet.
Wichtig ist aber: Hanifaru Bay ist kein klassischer Walhai-Spot. Es ist vor allem ein streng regulierter Manta-Hotspot, an dem Walhaie manchmal Teil dieses Naturereignisses sind.
Das ist ein großer Unterschied.
Wann ist die beste Reisezeit für Walhaie auf den Malediven?
Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an, wo Du bist.
Im Süd Ari Atoll werden Walhaie ganzjährig gesichtet. Die Chancen gelten dort über das Jahr verteilt als hoch, wobei Wetter, Sicht, Strömung und Bootsbetrieb immer eine Rolle spielen.
Von Januar bis April ist das Wetter oft stabiler. Dadurch können Boote regelmäßiger ausfahren. In den Monaten Mai und Juni kann es unruhiger werden. Ab Juli werden die Bedingungen oft wieder besser, wobei auch das nie eine Garantie ist.
In der Hanifaru Bay hängt die Saison stärker mit dem Südwest-Monsun und Plankton zusammen. Die bekannteste Zeit liegt etwa zwischen Juni und Oktober.
Aber bitte nimm aus diesem Abschnitt nicht mit: „Dann buche ich genau diese Insel und mache dort jeden Tag eine Walhai-Tour.“
Nimm lieber mit:
Walhai-Sichtungen sind Wildtierbegegnungen. Sie dürfen nicht planbar gemacht werden, indem man Tiere verfolgt.
Was sich im Süd Ari Atoll verändert hat
Als wir vor Jahrzehnten im Süd Ari Atoll unterwegs waren, war Walhai-Tourismus noch etwas völlig anderes.
Es gab Boote. Es gab Sichtungen. Es gab Aufregung. Natürlich.
Aber es war nicht diese Masse.
Heute sieht man an manchen Tagen viele Boote, die denselben Walhai suchen. Sobald eine Flosse oder ein Schatten entdeckt wird, fahren Boote in Position. Menschen springen ins Wasser. Gruppen schwimmen los. Manche versuchen, möglichst nah heranzukommen. Andere blockieren den Weg des Tieres. Wieder andere wissen schlicht nicht, wie man sich in der Nähe eines Walhais verhalten sollte.
Aus einem stillen Naturmoment wird dann ein Durcheinander aus Motoren, Flossen, Kameras, Schreien und Stress.
Das ist kein nachhaltiger Walhai-Tourismus.
Das ist ein System, das zu viele Menschen auf zu wenige Tiere konzentriert.
Warum dieser Tourismus den Walhaien schadet
Walhaie sind groß. Aber sie sind nicht unverwundbar.
Gerade an der Wasseroberfläche sind sie besonders gefährdet. Dort fressen sie, dort werden sie gesichtet und genau dort kreuzen sie die Wege von Ausflugsbooten.
Viele Tiere im Süd Ari Atoll tragen sichtbare Verletzungen. Häufig stammen diese von Booten oder Propellern. Dazu kommt der Stress durch Verfolgung, ständige Annäherung, Berührungen und blockierte Schwimmwege.
Das Problem ist nicht der einzelne Mensch, der einmal voller Begeisterung ins Wasser springt.
Das Problem ist die Summe.
Zu viele Boote. Zu viele Gäste. Zu viel Druck. Zu wenig Kontrolle.
Und am Ende steht ein Erlebnis, das für Touristen als Highlight verkauft wird, während die Tiere die Kosten tragen.
Auch für Menschen ist es nicht ohne Risiko
Walhaie selbst sind nicht gefährlich.
Gefährlich wird die Situation durch Boote, Strömung, Hektik und schlechtes Management.
Wenn mehrere Boote gleichzeitig manövrieren, Menschen ins Wasser springen, Guides rufen, Motoren laufen und alle versuchen, ein Tier zu erreichen, entsteht eine Dynamik, die schnell unübersichtlich wird.
Deshalb reicht es nicht, nur zu sagen: „Walhaie sind friedlich.“
Ja, das sind sie.
Aber die Situation rund um sie herum ist es nicht immer.
Warum wir keine klassischen Süd Ari Walhai-Touren empfehlen
Wir wissen, dass dieser Satz unbequem ist.
Denn viele Menschen suchen genau danach. Sie möchten wissen, auf welcher Insel sie wohnen sollen, um Walhaie zu sehen. Früher hätte dieser Artikel genau diese Frage beantwortet.
Heute beantworten wir sie anders.
Wir empfehlen nicht mehr, eine Reise rund um eine klassische Walhai-Tour im Süd Ari Atoll zu bauen.
Nicht, weil wir gegen Walhai-Begegnungen sind.
Sondern weil wir gegen Walhai-Jagd sind.
Für uns ist eine Begegnung dann vertretbar, wenn das Tier die Kontrolle behält. Wenn Abstand respektiert wird. Wenn ein Guide im Zweifel sagt: „Wir gehen nicht rein.“ Wenn ein Boot abdreht, statt sich noch dazwischen zu quetschen. Wenn ein Walhai nicht zur Attraktion degradiert wird.
Und genau das passiert an den überlaufenen Spots leider nicht zuverlässig genug.
Bedeutet das, dass man niemals mit Walhaien schwimmen sollte?
Nein.
Es bedeutet nur, dass man sehr genau hinschauen muss.
Es gibt Situationen, in denen Walhai-Begegnungen verantwortungsvoller ablaufen können. Zum Beispiel bei kleineren Gruppen, mit sehr erfahrenen Guides, außerhalb der bekannten Hotspots oder als zufällige Begegnung beim Tauchen und Schnorcheln.
Die beste Walhai-Begegnung ist oft nicht die, die man erzwingt.
Sondern die, die passiert, weil man zur richtigen Zeit respektvoll im richtigen Lebensraum unterwegs ist.
Das klingt weniger spektakulär als „garantierte Walhai-Tour“.
Aber es ist ehrlicher.
Und für die Tiere besser.
Tauchen oder Schnorcheln mit Walhaien?
Viele Walhai-Begegnungen auf den Malediven finden beim Schnorcheln statt, weil die Tiere häufig nahe an der Oberfläche schwimmen.
Beim Tauchen können Begegnungen ruhiger sein. Nicht, weil Taucher automatisch bessere Menschen sind. Sondern weil das Setting oft weniger hektisch ist. Man ist bereits im Wasser, bewegt sich langsamer und jagt dem Tier nicht von oben hinterher.
Trotzdem gilt auch beim Tauchen:
Nicht verfolgen. Nicht berühren. Nicht blockieren. Nicht unter Druck setzen.
Ein Walhai ist kein Programmpunkt.
Er ist ein Wildtier.
Sind Walhaie gefährlich?
Nein, Walhaie sind für Menschen nicht gefährlich.
Sie haben keine scharfen Zähne, jagen keine Menschen und ernähren sich nicht von großen Tieren. Sie filtern Plankton und kleine Organismen aus dem Wasser.
Trotzdem sollte man Abstand halten.
Nicht wegen Angst. Sondern aus Respekt.
Ein Walhai ist groß und kräftig. Eine Schwanzflosse kann bei zu geringem Abstand gefährlich werden. Noch wichtiger ist aber: Nähe bedeutet Stress für das Tier.
Wer Walhaie liebt, lässt ihnen Raum.
Die wichtigsten Regeln für eine respektvolle Walhai-Begegnung
Wenn Du jemals in eine Situation kommst, in der ein Walhai in der Nähe ist, gelten einfache Regeln:
- Nicht anfassen.
- Nicht vor das Tier schwimmen.
- Nicht den Weg abschneiden.
- Nicht auf den Walhai zutauchen.
- Nicht mit Blitz fotografieren.
- Nicht schreien, hektisch planschen oder andere antreiben.
- Abstand halten.
- Dem Guide widersprechen, wenn er unverantwortliches Verhalten fordert.
- Im Zweifel nicht ins Wasser gehen.
Der letzte Punkt ist der wichtigste.
Nicht jede Sichtung muss genutzt werden.
Was wir stattdessen empfehlen
Wir empfehlen keine pauschale Inselantwort wie: „Übernachte auf Dhigurah, Maamigili oder dort und buche Tour XY.“
Das wäre leicht.
Aber es wäre nicht mehr ehrlich.
Wenn Walhaie für Dich ein Herzenswunsch sind, dann sollte die Planung anders beginnen.
Nicht mit der Frage:
Wo sehe ich sie am sichersten?
Sondern mit:
Wie kann ich eine Begegnung ermöglichen, ohne das Tier zu bedrängen?
Manchmal kann die Antwort eine spezielle Route sein. Manchmal eine Safari in abgelegene Atolle. Manchmal eine Reisezeit, bei der andere Naturerlebnisse im Vordergrund stehen. Manchmal auch die klare Empfehlung, nicht alles auf Walhaie zu setzen.
Denn die Malediven sind mehr als ein einzelnes Tier.
Sie sind Riffe, Strömungen, Inseln, Menschen, Lagunen, Seegraswiesen, Mantas, Schildkröten, Korallen und Geschichten.
Wer nur einem Walhai hinterherjagt, verpasst oft den Rest.
Gibt es verantwortungsvollere Alternativen?
Ja. Begegnungen sind auch abseits der bekannten Hotspots möglich. Sie lassen sich nicht garantieren und genau das macht sie so besonders.
Historische Einordnung: Als Walhai-Tourismus noch anders war
Es gibt ältere Berichte, Videos und Bilder, die wir nicht löschen möchten.
Sie zeigen, wie die Faszination begann. Sie zeigen auch, warum so viele Menschen von diesen Tieren berührt sind.
Aber sie zeigen nicht automatisch, wie wir heute reisen sollten.
2006 waren wir mit dem Spiegel-Reporter Bernhard Krieger auf Walhai-Safari im Süd Ari Atoll unterwegs. Damals war diese Tour ein besonderes Erlebnis. Heute würden wir dieselbe Region anders bewerten.
Historischer Artikel im Spiegel: Im Reich der Riesenfische
Erfahrungsbericht aus der alten Zeit
Der folgende Erfahrungsbericht stammt aus einer anderen Phase des Walhai-Tourismus. Wir lassen ihn bewusst als Zeitdokument stehen, ordnen ihn heute aber anders ein.
Und wieder hat es geklappt: Nach kurzer Suche haben wir die Walhai-Flosse an der Oberfläche gesichtet. Große Aufregung an Bord und alle ab ins Wasser. Diesmal hat sich der Walhai viel Zeit gelassen, trieb entspannt kurz unter der Oberfläche und tauchte dann langsam ab. Nach kurzer Zeit kam er wieder an die Oberfläche. Ein wunderschönes Tier, etwa acht Meter lang. Der aufregendste Moment: Plötzlich drehte sich der Walhai auf den Rücken und zeigte seinen Bauch zur Oberfläche.
Danke an Dana, DCM Villa Diving, Holiday Island, Maamigili, Malediven, Süd Ari Atoll.
Heute würden wir genau bei solchen Beschreibungen genauer hinschauen.
Wie viele Boote waren dort? Wie viele Menschen waren im Wasser? Hatte der Walhai Raum? Konnte er frei abtauchen? Wurde er verfolgt?
Das ist kein Widerspruch zur Begeisterung.
Es ist die Weiterentwicklung davon.
Bildergalerie: Walhaie auf den Malediven

Eine Walhai-Begegnung kann magisch sein, wenn sie mit Abstand und Respekt geschieht.

Walhaie können auf den Malediven zu unterschiedlichen Jahreszeiten gesichtet werden.

Sichtungen sind nie garantiert. Wetter, Strömung und Plankton spielen immer mit.

Walhaie sind friedliche Riesen. Gefährlich wird es meist durch falsches menschliches Verhalten.

Das Süd Ari Atoll ist einer der bekanntesten Walhai-Hotspots der Malediven.

Historisches Bildmaterial aus der frühen Zeit des Walhai-Tourismus.

Beim Tauchen entstehen Begegnungen oft ruhiger als bei hektischen Schnorchelgruppen.

Die beste Zeit hängt stark vom Ort ab. Süd Ari ist anders zu bewerten als Hanifaru Bay.

Walhai-Saison ist kein Versprechen. Es bleibt immer eine Wildtierbegegnung.
FAQ: Walhaie auf den Malediven
Wo sieht man auf den Malediven am häufigsten Walhaie?
Die bekannteste Region ist das Süd Ari Atoll rund um Maamigili, Dhigurah und die South Ari Marine Protected Area. Genau dort ist der touristische Druck aber besonders hoch. Deshalb empfehlen wir diese Region nicht mehr pauschal für klassische Walhai-Touren.
Kann man in der Hanifaru Bay Walhaie sehen?
Ja, gelegentlich. Hanifaru Bay ist aber vor allem für Mantas bekannt. Walhaie können dort während planktonreicher Phasen auftauchen, sind aber nicht der eigentliche Fokus.
Gibt es eine Garantie für Walhai-Sichtungen?
Nein. Walhaie sind Wildtiere. Anbieter, die mit zu viel Sicherheit werben, solltest Du kritisch hinterfragen.
Sind Walhaie gefährlich?
Walhaie sind nicht gefährlich für Menschen. Gefährlich können schlechte Organisation, Boote, Strömung, Hektik und zu geringe Abstände werden.
Warum empfehlt Ihr Süd Ari nicht mehr?
Weil sich der Tourismus dort an vielen Tagen zu stark auf einzelne Tiere konzentriert. Zu viele Boote, zu viele Menschen im Wasser und zu wenig Kontrolle passen nicht zu unserer Vorstellung von verantwortungsvollem Malediven-Tourismus.
Kann ich trotzdem eine verantwortungsvolle Walhai-Begegnung erleben?
Ja, aber sie sollte nicht erzwungen werden. Entscheidend sind kleine Gruppen, erfahrene Guides, klare Regeln, Geduld und die Bereitschaft, eine Sichtung auch einmal auszulassen.
Unser Fazit
Walhaie gehören zu den eindrucksvollsten Tieren, denen man im Meer begegnen kann.
Gerade deshalb verdienen sie mehr als hektische Bootsjagden, GoPro-Gewusel und Menschen, die ihnen den Weg abschneiden.
Wir lieben Walhaie.
Deshalb sagen wir klar: Nicht jede Walhai-Tour ist ein gutes Erlebnis. Und nicht jede Region, in der man Walhaie sehen kann, sollte automatisch beworben werden.
Wenn Du die Malediven wirklich erleben möchtest, plane nicht nur für ein Foto.
Plane für Begegnungen, die sich richtig anfühlen. Für Dich. Für die Menschen vor Ort. Und für die Tiere, die dort leben.
Quellen und weiterführende Informationen
- Maldives Whale Shark Research Programme
- South Ari Marine Protected Area Guide, Maldives Protected Areas
- Scientific Reports: The impact of injury on apparent survival of whale sharks in South Ari Atoll Marine Protected Area
- Whale shark tourism valuation in South Ari Marine Protected Area
- Historischer Spiegel-Artikel: Im Reich der Riesenfische
Kommentare (16)
Hier liest du echte Fragen und Antworten aus den letzten Jahren zu diesem Artikel. Neue Kommentare sind nicht mehr möglich, für aktuelle Fragen erreichst du uns über die Beratung oder den Kontakt.
Vor einem Monat haben wir schweren Herzens wieder einen Urlaub in einem Resort gebucht, obwohl wir sonst lieber individuell unterwegs sind und diese Hotelurlaube versuchen zu vermeiden.
Danke für die Mühe die ihr Euch mit diesen gesamten Informationen macht.
Wie werden uns beim nchsten Mal sehr gerne an euch wenden.
Dann bis bald und Euch einen schönen Urlaub... wünschen Euch die Inselnauten
Yami & Toddy 👫
ihr beiden bin das erstmal auf den Malediven es ist wunderschön.
Bin von Male nach Fuvahmulah und habe dort 8 Tage und super aufregende Tauchgänge erlebt die Insel ist echt cool ein riesiger Felsen im Indischen Ozean die Leute sehr nett, dann zurück nach Male Besuch des Fischmarkts und lokal Markt hatte sehr viel Spaß mit den einheimischen die sehr viel Humor haben. Weiterreise nach Dhangethi wo ich nochmal 14 Tauchgänge geplant hatte
Der erste Tag Walhaiausflug:
Ich brauche euch es nicht erklären.
NIE NIE MEHR WIEDER ES WAR ZUM WEINEN!
Hab jetzt eine Mittelohrentzündung und kann eh nicht ins Wasser Bin noch 6 Tage auf Dhangheti.
Ihr habt eine super Website
Lg Christian
Oh no, das ist echt ärgerlich mit der Mittelohrentzündung nach dem Walhaiausflug. 😟 Verstehen total, wie frustrierend das sein muss. Danke fürs Teilen deiner Erfahrung – es hilft anderen sicher, solche Touren mit Vorsicht zu genießen.
Trotzdem hoffen wir, dass du die restlichen Tage auf Dhangethi in vollen Zügen genießen kannst. Vielleicht gibt es ja auch abseits der Tauchgänge noch einiges zu entdecken. Lass es uns wissen, wenn wir irgendwie behilflich sein können.
Gute Besserung und dennoch eine schöne Zeit auf den Malediven!
Liebe Grüße,
Yami und Toddy
wir planen gerade unseren Malediven Urlaub und peilen auch entweder den Süd Ari oder den Baa Atoll - und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, wir sind nur zum entspanne dort! - nein, die Walhaie ziehen uns an aber die Art und Weise sie zu begegnen stört mich total -
wir haben es letztes Jahr auch extrem gespürt und erlebt - in Ägypten bei der Beobachtung (Suche) der Dugongs und Delfine - eine Katastrophe - mir taten die Tiere so leid, aber zum Glück können sie einfach abtauchen und verschwinden, wenn sie sich gestört fühlen.
Wir sind Schnorchler - kann man beim Schnorcheln am Hausriff auch die Walhaie sehen?
Wir wollen im November verreisen - wie ist es mit dem "2. Monsoon" ? Ist Ende Oktober/bzw. November Anfang und Mitte überhaupt eine geeignete Reisezeit für die Malediven?
Und welches Atoll soll ich bevorzugen? Baa oder Süd Ari?
Gerne höre ich von Euch!
Viele liebe Grüße aus dem doch inzwischen schönen sommerlichen Hamburg!
Sunita
vielen Dank für Deine Anfrage. Gerne gehen wir kurz auf Deine Fragen ein.
1. zur Reisezeit:
Klar könnt ihr Ende Oktober Anfang November auf die Malediven fliegen.
Ähnlich wie hier bei uns kann es sicher auch mal regnen, aber ihr werdet mit ziemlicher Sicherheit auch ganz viele Sonnenstunden mit strahlend blauem Himmel haben.
Die größte Chance auf eine Zeit ganz ohne einen Tropfen Regen, hat man natürlich während der Hochsaison zwischen Ende Dezember und Mitte April. Und logischer Weise ist diese Zeit auch die teuerste.
Allerdings gibt es auch Dank des Klimawandels keine Garantie mehr für schönes Wetter und so ist die Hochsaison dieses Jahr zum Beispiel total verregnet gewesen.
Ließ Dir zu diesem Thema auch gerne unseren durch: https://inselnauten.de/malediven-in-der-regenzeit/
2. zu den Walhaien:
Die höchste Chance einen Walhai anzutreffen habt ihr, wie ihr sicher schon gelesen habt im Süd Ari Atoll. Leider ist genau dort die Gegend, wo der Walhai-Tourismus unterdessen schreckliche Formen angenommen hat.
Und mal abgesehen davon, dass die wenigsten Inseln dort überhaupt ein Hausriff haben, sind diese Riesen der Meere auch nicht an Hausriffen anzutreffen.
Im Baa Atoll ist die Chance auf Walhaie zu stoßen zwar deutlich geringer, allerdings ist die Bucht, in welcher man ihnen dort mit ein bisschen Glück begegnen kann, geschützt. Dort wird den Tieren nicht einfach hinterher gehetzt.
Gerne gehen wir im Rahmen unserer kostenpflichtigen Insel-Beratung noch genauer auf Eure Fragen ein und empfehlen Euch die zu Euren Wünschen passende Insel.
Liebe Grüße, Yami & Toddy
Habe mir gerade das Video mit dem Walhai angeguckt.
Ich kann es echt nur bestätigen. Ich war im Dezember im Süd Atoll bei einer Walhaitur als Schnorchler.
Über Wasser waren mehr als 100 Menschen die den Hai sehen wollten.
Es war wie nach einem Schiffsuntergang.
Jeder war sich selbst der nächste, erst als ich 4 m abtauchte gelang es mir aus der Masse raus zu kommen.
Einige Schnorchlerinnen benahmen sich absolut respektlos gegenüber dem Hai,
sie tauchten über den Hai 10 20 cm für ein gutes Foto und fasten ihn immer an.
Ich wollte nur noch weg:-)
Jeder der eine solche Tur machen will sollte: Sehr gut schwimmen können mit Kondition, den Umgang mit Flossen und Schnorchel beherrschen, keine Platzangst haben und das wichtigste den Schiffsnamen merken:-)
Als ich dann zum zweiten mal raus ging zu dem Hai (wiederwillig) schwamm ich ganz nach vorne und tauchte auf den Hai zu, machte Bilder und tauchte wieder zurück nach vorne so umging ich die Menschenmassen über dem Hai.
Allerdings hatten es die Schnorchlerinnen irgendwann geschafft das der Hai in der Tiefe verschwand.
Dann ging es los, wo ist mein Boot:-) es stand alles voll Boote die fast alle gleich aussahen:-), gut das ich den Namen des Bootes kannte.
Nach ca. 7 800m schwimmen um die Boote hatte ich das Boot wieder gefunden,
wo ich schon sehnlichst erwartet wurde. Dafür hatte ich von allen die besten Bilder.
Aber im ernst nochmal würde ich eine solche Tur nicht mitmachen !!!!!
Noch ein Tipp für jemanden der keine Kondition beim schwimmen hat und unbedingt diese Tur machen will eine Schwimmweste macht sinn. Einen mussten wir 2 mal aus dem Wasser holen er war zu Stolz für eine Schwimmweste.
Ich hatte das Privileg schon öfters einen Walhai zu sehen.
Am schönsten war es als ich mit 4 Schnorchlern einen zufällig unter uns sah und nicht diese Massensichtung wie nach dem Untergang der Titanic.
vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen. Wir hoffen sehr, dass das auch vielen potenziellen Interessenten an solch einer Tour genug Anregung zum Nachdenken gibt. Es ist unglaublich wichtig, die Natur und ihre Bewohner respektvoll zu behandeln.
Deine Beschreibung klingt wirklich intensiv. Es ist traurig zu hören, wie respektlos manche Menschen sich verhalten können, nur um ein gutes Foto zu bekommen. Deine Tipps sind sehr wertvoll:
• Gute Schwimmfähigkeiten und Kondition: Absolut notwendig. Ohne diese Fähigkeiten kann eine solche Tour schnell gefährlich werden.
• Umgang mit Flossen und Schnorchel: Wer das nicht beherrscht, sollte vorher unbedingt üben.
• Keine Platzangst: Bei solchen Massenansammlungen kann das wirklich problematisch werden.
• Schiffsname merken: Sehr guter Tipp! In der Hektik kann man leicht das eigene Boot verlieren.
Dein Hinweis zur Schwimmweste ist auch sehr hilfreich. Es gibt keinen Grund, stolz zu sein und Risiken einzugehen. Sicherheit sollte immer an erster Stelle stehen.
Es ist toll, dass du trotzdem einige schöne Bilder machen konntest, aber schade, dass solche Erlebnisse oft durch das Verhalten anderer getrübt werden.
Wenn man das Glück hat, einen Walhai in kleinerem Rahmen zu sehen, ist das sicherlich ein unvergessliches Erlebnis. Wir bei Inselnauten setzen uns sehr für nachhaltigen und respektvollen Tourismus ein. Solche Geschichten bestärken uns nur noch mehr in unserem Engagement.
Liebe Grüße
Yami & Toddy
Ich plane gerade meine Reise nach Malediven und zuerst war ich sehr motiviert durch deinen Text Toddy und wollte dich nach gute Unterkünfte bei Maamigili aber jetzt nach dem Lesen von allen Kommentaren weiß ich nicht mehr, ob es überhaupt noch möglich ist normal mit den Wahlhaien zu schwimmen.
Hast du noch andere Tipps? vielleicht sollte man es einfach lassen?
Mein Tipp: Wenn du wirklich auf eine nachhaltige Begegnung mit Walhaien Wert legst, wäre Tauchen definitiv die bessere Option. Es gibt viele Berichte von Tauchern, die Walhaie beim Tauchen gesehen haben, wo der Massenandrang einfach nicht hinkommt. So ist die Chance auf eine ruhigere und nachhaltigere Begegnung größer.
Oder du wartest, bis die Region besser gemanagt wird von den Maledivern. Das ist in Arbeit. Aber keiner weiß wie lange das dauern wird. Aber wenn du nicht so lange warten willst, gehe einfach Schnorcheln, um Begegnungen mit der atemberaubenden Unterwasserwelt der Malediven zu haben – Mantas zum Beispiel sind auch ein beeindruckendes Erlebnis.
LG Toddy
wir haben Kunden, die gerne mit Walhaien schwimmen möchten. Bieten Sie solche Erlebnisse an?
Über eine kurze Rückmeldung würden wir uns sehr freuen.
Wenn Sie dazu mehr wissen möchten, stehe ich Ihnen gerne für ein Telefonat zur Verfügung.
Herzliche Grüße
Toddy
danke für die tollen Berichte!
Wenn man einige Berichte liest dann kommt man schnell auf das Süd-Ari-Atoll und wenn man sich dann etwas mehr damit beschäftig ließt man leider immer mehr negative Berichte.
Wir würden natürlich auch sehr gerne Walhaie sehen, aber nicht um jeden Preis. Die Touristenströme sind für uns ein No-Go.
Das Baa-Atoll wäre eine alternative - aber wir reisen im März und nicht zum Süd-West-Monsum. Ebenfalls möchten gerne in den Süden, da hier die Riffe noch besser erhalten sein sollten.
Mein Gedanke ist jedoch, dass es im Süden ja noch mehrere Plätze geben muss wo die Chancen besser stehen Walhaie zu sichten. (Vielleicht nicht so gut wie bei Maamigili - aber noch immer besser als irgendwo...?).
Würde mich über eine kurze Info freuen. :)
Liebe Grüße aus Österreich
vielen Dank für deine Nachricht und dein Interesse an nachhaltigem Reisen! 😊
Wenn ihr Walhaie nachhaltig beobachten möchtet, braucht es das richtige Timing, Wissen um die besten Spots und eine flexible Route. Die besten Chancen bieten Safaris mit erfahrenen Guides, die die saisonalen Bewegungen der Tiere kennen und gezielt darauf reagieren können.
Falls du dazu unsere persönliche Beratung brauchst, lass es uns wissen. 😊
Liebe Grüße nach Österreich
Toddy